Das vergangene Jahr bot alles: Erfolge, Enttäuschungen und es zeigte mir, dass ich bereits einen grossen Schritt nach vorne gemacht habe und noch viel Potenzial habe.

Das 2019 startete unter äusserst schwierigen Umständen. Trotz einem Monat Basistraining nach den Cross Europameisterschaften im Dezember, hatte ich noch immer enorm Mühe in den normalen Trainingsrhytmus zurück zufinden. Ich beendete kaum ein Intervall nach Plan, musste die meisten abkürzen und auch die Dauerläufe fühlten sich äusserst hart an. Doch rechtzeitig auf die C-USA Indoor Meisterschaft, lief das Training wieder besser und ich war in erfreulicher Form. Im ersten Rennen, dem 5000m, lief ich einen neuen Schulrekord und nur gerade 20 Stunden später folgte ein dritter Rang über 3000m in neuer Persönlichen Bestzeit.

Grosses Potential

Mit viel Motivation ging es in die Bahnsaison und das Training lief nun wie am Schnürchen. Über Monate hinweg lief ich Trainings, die ich vor kurzem noch für übertrieben empfunden hätte. An meinem ersten Rennen, dem 5000m an den Texas Relays gewann ich einem Sololauf, die Zeit noch nicht wirklich schnell. Kurze Zeit später folgte eine Bestzeit über die 1500m. Alles war angerichtet, ich war bereit für einen richtig schnellen 5000er. Dann, ein Tag vor dem Rennen, die Hiobsbotschaft: Flight Cancelled. Es folgte eine Reiseodyssee mit verpassten Anschlussflügen und ich landete  im LA Airport lediglich 2h vor dem Rennen. Mit 14:26 war ich etwa gleich schnell wie bereits im vergangenen Jahr, was für mich natürlich eine riesen Enttäuschung. war. Was sehr lehrreich war, ist, wie sich die Dynamik nach diesem Rennen verändert hat. Ich verpasste die einzige Chance, mich für die NCAA Meisterschaften zu qualifizieren und konnte dieses Erlebnis äusserst schlecht abhaken. Ich hatte in dieser Zeit Zugang zu Sportpsychologen, Coaching-Staff und Kollegen, doch dies blieb mein letzes solide Rennen.

Hauptziel erreicht

Der Wendepunkt kam mit meiner Rückreise in die Schweiz. Etwas Distanz, die Familie, die frische Höhenluft von St. Moritz und die Vorfreude auf die Cross Saison waren entscheidende Faktoren. Ich trainierte so gut wie noch nie, wurde aber etwas übermütig und musste Ende des Sommers einige Wochen mit Aussenband Problemen alternativ arbeiten. Pünktlich auf die ersten Crossläufe ging es aber wieder aufwärts und ich wurde von Rennen zu Rennen besser. Der schnelle Wiedereinstieg ins Lauftraining war ebenfalls nicht zu unterschätzen, was mir meine Achillessehne über die Dauer deutlich machte. Nichtsdestotrotz konnte ich wieder solide Trainings hinlegen und war ready am Tag X. Ich qualifizierte mich als erster Athlet meiner Universität ein zweites Mal für die NCAA Cross Country Nationals. Dort musste ich zwar wieder etwas Lehrgeld bezahlen, doch auf diese zwei Teilnahmen bin ich äusserst stolz und bin sicher, dass mir diese Erfahrungen in meiner Zukunft helfen werden. Der Dezember stand dann ganz im Fokus der Rehabilitation. Ich hatte endlich Zeit, einige Wochen solid zu trainieren und dem Bewegungsapparat auch die genügende Ruhe zu geben, um im kommenden Jahr wieder voll angreifen zu können.

Gelerntes umsetzen

Nun habe ich die Chance das gelernte in Tat umzusetzen. In meiner letzten Bahnsaison an der University of North Texas, plant mein Trainer mehrere Starts an stark besetzten Rennen, worüber ich mich sehr freue. Ich werde somit mehr Möglichkeiten haben, meine Bestzeiten zu verbessern und die Qualifikation für die NCAA Preliminary Championships zu schaffen.

Im Juni folgt dann eine weitere grosse Veränderung: Nach dem Abschluss des Bachelor’s werde ich wieder zurück in die Schweiz ziehen und den nächste Schritt in meiner sportlichen Karriere wagen. Hier eine Vorschau meiner ersten Rennen dieser Saison: